Scharf oder extra scharf – das ist hier die Frage. So intensiv die Farben, so vielfältig die feurige Frucht. Allein der Anblick treibt einem die Tränen in die Augen.
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20 Jahre ist es schon her, dass in Barcelona die Olympischen Sommerspiele statt gefunden haben. Kaum zu glauben, aber erst zu diesem Großevent hat die Stadt ihre Liebe zum Meer entdeckt. Der rostende Turm, der 1992 von der Künstlerin Rebecca Horn am Strand Sant Sebastià installiert wurde, ist inzwischen ein Wahrzeichen für Barcelonas legendäre Beach-Kultur geworden.
Während man sich auf politischer Ebene eher schwer tut, rückt man zu internationalen Sportevents durchaus zusammen: Allein acht Spieler im Kader der Nationalmannschaft kommen vom FC Barcelona (Stand Juni 2012) und spielen mit ihren Kollegen aus Madrid Weltklassefußball. Die beiden Trikotträger im Barrio Gótico freuen sich über das erfolgreiche Tiqui-taca-Spiel ihrer Jungs.
Der Blick vom Parc Güell auf die Stadt ist atemberaubend. Derzeit wird intensiv an der Sagrada Familia gearbeitet, doch ihre faszinierenden Türme ragen aus dem staubigem Großbaustellengewusel nonchalant heraus. Die beiden Wolkenkratzer “Torre Mapfre” und “Torre Roche” weiter unten stehen ganz frei im Wind und bilden ein beeindruckendes Tor zur Welt. Der “Torre Mapfre” entstand übrigens auch anlässlich der Olympiade 1992.
Die architektonische Schönheit Lissabons wird zwar durch Klima und Geldmangel bedroht, verliert aber dennoch nichts von ihren Reiz. Im Gegenteil: Die Vergänglichkeit der maroden Wohnhäuser, die im Kontrast zu den schier unzähligen Prachtbauten deutlich zutage tritt, offenbart erst die kulturelle Bedeutung des Normalen. So entsteht in den engen Gässchen zwischen Melancholie und Bewunderung das, was man gemeinhin als Charme bezeichnet.
Schon aus dem Flieger heraus erscheint Lissabon in einem ganz besonderen Licht. Die hellen Töne reinweißer Häuser und sanftroter Dächer strahlen zart. Das Bild wirkt wie leicht überbelichtet und weich gezeichnet. In den Straßen selbst überrascht die Stadt dann allerdings auch mit weniger stillen, sondern durchaus ausdruckstarken Impressionen.
Lissabon ist berühmt für die kunstvollen Kacheln, die das Stadtbild seit dem ausgehenden Mittelalter prägen. Auf Portugiesisch heißen sie Azulejos. Das ist vom arabischen Wort azzelij abgeleitet und bezeichnet einen kleinen, flachen, polierten Stein (für Mosaike). Die vielen in Blau gehaltenen großen Kachelbilder an den Häuserwänden erzählen von Politik, Kultur und Gesellschaft der ehemals reichen Seefahrer-Stadt. Die vielfarbigen motivfreien Mosaike geben einen spannenden Einblick in die Moden und farblichen Vorlieben vergangener Jahrhunderte.



