Posts tagged ‘Reise’

02.04.2020 | Tag 8 |

Zack – und jetzt geht alles ganz schnell. Wir haben die Nachricht, dass “alles klappt”. Sprich, die Rückholung beginnt und wir sind auf dem ersten Flug am 3.4. Der Treffpunkt ist hier in Cape Town, das Auto müssen wir am Flughafen abstellen, zu dem wir nicht fahren dürfen. Es gibt also noch ein paar Dinge auszuknobeln. Was ein Glück, dass wir hier Freunde haben. Währenddessen machen uns die Südafrikaner den Abschied schwer. Heute hat uns eine nette Nachbarin eine kleine Osterüberraschung für unsere Tochter gegeben. Kontaktlos, versteht sich. Sie hat auch berichtet, wie schwer es ist, wenn man jemanden zu Hause hat, der extrem risikogefährdet ist. Immer noch kommen viele Menschen beim Einkaufen zu dicht an einen heran oder verhalten sich schlicht gedankenlos. Daher einfach nochmal der Appell: Ja, denkt an euch – aber mindestens genauso an die anderen und haltet Abstand. Man weiß nie, wenn es trifft und was dahinter steckt.

02.04.2020 | Tag 7 |

Auf dem Weg zum Einkaufen gibt es einen faszinierenden Meerblick und einige Stilblüten zu entdecken. Wie zum Bespiel diesen Schwanensee – ganz neu interpretiert.

Inzwischen haben Deutschland und Südafrika ein Modus für das Rückholprogramm gefunden. Man hat sich auf gemeinsame Ziele geeinigt. Eines davon ist, dass mit den Maschinen auch gestrandete Südafrikaner zurückkommen. Fliegen soll South African Airways, u.a. weil ausländische Flugzeuge im Lockdown nicht landen bzw. die Crews nicht von Bord gehen dürfen. Der Start ist für das Wochenende geplant. Aber es gibt wohl auch noch Vieles zu regeln, vor allem rund um den Weg zum Flughafen. Wir sind gespannt.

01.04.2020 | Träumen – Cape of Good Hope 1 |

Good Hope – Yes, die brauchen wir gerade alle. Noch bevor Corona offiziell in Südafrika ankam, merkte man am Kap der Guten Hoffnung, dass etwas anders war. Wesentlich weniger Autos und Leute, viel mehr Abstand und auch spürbare Unsicherheit. Der Blick auf das Kap zeigte sich davon unbeeindruckt. Hoffen wir mal, dass man ihn schon bald wieder unbeschwert genießen kann.

01.04.2020 | Tag 6 |

Wenn man strandet, kann man wenig planen. Und so dürfen wir zwar im nächstgelegenen Lebensmittelgeschäft einkaufen gehen, bekommen dort aber viele Dinge nicht, die wir gerade gut gebrauchen könnten. Spielzeug zum Beispiel. Aber wofür gibt es die Freude an der Improvisation. Und so haben wir uns einen Basketballkorb zum Üben gebastelt. Man braucht: eine leere 5 Literflasche, eine Schere, ein Klebeband (oder wie in diesem Falle Kinesioband) und irgendetwas zum Festmachen. Nicht sehr stabil – aber trotzdem lustig!

31.03.2020 | Träumen – Fröhliche Pinguine |

Eines der Highlights am Western Cape, vor allem mit Kindern, sind die Pinguine am Boulders Beach / Simons Town. Begonnen hatte der Spaß wohl 1983 mit einem Pärchen, das sich zwischen den schützenden Büschen versteckte. Inzwischen hat sich diese kleine Familie ordentlich vermehrt und viele Verwandte angezogen. Derzeit zählt man über 2.500 Afrikanische Pinguine an dem kleinen Strandabschnitt, der den Tieren ordentlich Fisch und einen angenehmen Lebensraum bietet.

31.03.2020 | Träumen – Meerblick |

Einkaufen kann ja stressig sein. Viele Leute, Gedrängel zwischen den Regalen, lange Schlangen an der Kasse. Aber ein Einkaufsweg mit Blicken wie diesem entschädigen doch für Vieles.

31.03.2020 | Tag 5 |

Es ist schon traurig, wie Bilder verzerrt werden. Während fast überall in Südafrika die Menschen friedlich mit der Ausgangssperre umgehen, wird vor allem der bisher eine bekannte Fall von Polizeibrutalität kommuniziert. Präsident Cyril Ramaphosa hat zu dem Verhalten ein deutliches Statement abgegeben. Wer möchte, kann ja mal nachlesen. Sicher ist auch das reiche Camps Bay alles andere als repräsentativ für das Land. Aber auch hier richten es sich die Leute so ein, helfen sich gegenseitig und halten sich an die Regeln. Der berühmte Strand bleibt also leer.

30.03.2020 | Tag 4 |

 In genau den Zeiten, in denen wir nicht zusammenrücken dürfen, rücken wir zusammen. Aber eben anders als bisher. Unsere Nachbarn hier in Kapstadt, ein älteres Ehepaar, haben uns ihr Puppenhaus geliehen, das im Keller auf die Urenkel wartet. Die Übergabe fand natürlich kontaktlos statt. Nach einer ordentlichen Grundreinigung ist das Häuschen, das der Opa des netten Herrn selbst gebaut hat, wie neu und fertig eingerichtet. Auf die Plätze, fertig, losgespielt!

Währenddessen werden die neuen Maßnahmen verkündet, darunter Handytracking um die Kontaktkette nachzuvollziehen, großangelegte Testreihen, Wasser für die armen Gebiete und Hilfe für die Unternehmen. Große Konzerne und reiche Familien spenden und engagieren sich. Und President Cyril Ramaphosa ruft in seiner Rede noch einmal eindringlich dazu auf, Corona erst zu nehmen.

29.03.2020 | Tag 3 |

 Einkaufen ist nicht nur erlaubt, es ist auch strukturiert. Schon von Beginn an hat man hier begonnen, in jedem Laden – vom Supermarkt bis zur Eisdiele – die Desinfektion der Hände aktiv anzubieten bzw. jetzt auch freundlich, aber sehr bestimmt, einzufordern. Hamsterkäufe sind nicht an der Tagesordnung. Zu horten liegt, laut eines Lokals, nicht wirklich in der Natur der hiesigen Kultur. Außerdem hat man wohl auch von Europa gelernt und kommuniziert ganz klar: Die Lieferkette von Lebensmitteln und allen anderen relevanten Gütern ist gesichert. Es ist alles da und so soll es auch bleiben. Von bestimmten Artikelgruppen durfte man recht flott nur drei Teile auf einmal kaufen. Und bei einer der größten Drogeriemarktketten setzt man eindeutige Zeichen an der Kasse. Schaut, es ist genug für alle da!

27.03.2020 | Lockdown – Tag 1 |

Wenn einer eine Reise tut … Ja, dann kann er was erzählen. Es ist der erste Tag des Lockdowns in Südafrika. Nicht wirklich geplant also, verlängern wir unseren Aufenthalt in Kapstadt. Während uns die täglichen Covit-19-Updates aus Deutschland erreichen, haben die Entwicklungen in Südafrika rasant an Fahrt aufgenommen. Die Unterschiede im Umgang mit der Krise sind spannend. Denn natürlich geht es hier nicht nur um verschiedene Kulturen, sondern vor allem um völlig andersartige Herausforderungen. Das betrifft sowohl das zwar top moderne aber durchaus belastete Gesundheitssystem als auch das Riesenthema der Townships. In diesen Orten leben die Menschen auf engsten Raum. Oft teilen sich gleich mehrere Großfamilien eine Toilette. Dazu hat Südafrika eine sehr hohe HIV- und Tuberkulose-Rate. Menschen mit diesen Leiden haben kaum eine Chance, wenn sie das Virus trifft. In den nächsten Tagen möchte ich ein wenig von unseren Eindrücken hier erzählen.

Zwischendurch möchte ich aber auch zum Träumen einladen. Denn wir werden diese Krise gemeinsam meistern und dann braucht das Land auch wieder Besucher.